Ernst Göhner

Unternehmer mit sozialem Bewusstsein


Ernst Göhner gehört zu den Schweizer Wirtschaftspionieren des 20. Jahrhunderts. Schon früh engagierte er sich auch für die Gesellschaft. Mit dem Gründer der Migros, Gottlieb Duttweiler (1888 - 1962) teilte er den Grundgedanken des Sozialen Kapitals.

Fotografie Ernst Göhner

Vom Handwerker zum Generalunternehmer

Ernst Göhner wurde 1900 als zweitjüngstes von sechs Kindern in Zürich geboren. Seine Eltern stammten aus Süddeutschland. Nach dem frühen Tod des Vaters übernahm er mit 20 Jahren dessen Schreinerei und Glaserwerkstatt im Zürcher Seefeld-Quartier. Bald führte er auch erste Bauprojekte aus. 

In den folgenden Jahrzehnten konzentrierte er sich auf den Wohnungsbau, nicht zuletzt mit dem Ziel, Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Zu den besten Zeiten war die Ernst Göhner AG für rund ein Sechstel der landesweiten Bautätigkeit verantwortlich.

Zu den besten Zeiten war die Ernst Göhner AG für rund ein Sechstel der landesweiten Bautätigkeit verantwortlich.

Fotografie Göhner Musterwohnung Benglen 1974

Musterwohnung der Ernst Göhner AG, Siedlung Benglen, 1974

Werbefotografie einer Dame vor dem Spiegel etwa aus dem Jahr 1968

Leben in der Göhnersiedlung, Werbefoto, um 1968

Fotografie Spielplatz Göhnersiedlung Greifensee um 1970

Göhnersiedlung, Greifensee, um 1970

Fotografie Spielplatz Göhnersiedlung Adlikon um 1970

Spielplatz mit Lozzi-Wurm, Göhnersiedlung Sonnhalde, Adlikon, um 1970

Fotografie Musterwohnung Göhnersiedlung Benglen 1974

Musterwohnung der Ernst Göhner AG, Siedlung Benglen, 1974

Fotografie Spielplatz Göhnersiedlung Greifensee um 1970

Göhnersiedlung, Greifensee, um 1970

Fotografie Einkaufszentrum Meierwis Greifensee um 1970

Einkaufszentrum Meierwis, Greifensee, um 1970

Fotografie Spielplatz Siedlung Benglen

Spielplatz, Siedlung Benglen, 1970er-Jahre

Fotografie Elementbau

Pionier des Elementbaus

Der Schlüssel zu Ernst Göhners Erfolg war die Rationalisierung der Bauindustrie. 

Löste er zuerst die Einzelanfertigung von Türen und Fenstern durch eine normierte Serienproduktion ab, entwickelte er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit dem Architekten Gottfried Schindler (1904–1990) das «Schindler-Göhner-System»: Die einzelnen Bauteile wurden vorfabriziert und erst auf der Baustelle zusammengesetzt. Dank der Elementbauweise konnte schneller, effizienter und günstiger gebaut werden, was während der Wohnungsnot der 1960er- und 1970er-Jahre den überhitzten Markt entspannte.

Ausbau der Göhner-Gruppe und weitere Beteiligungen

Im Lauf der Jahre engagierte sich Ernst Göhner bei verschiedenen weiteren Unternehmen.

1932

Gründung der Tür- und Fensterfabrik Tufa AG 

(heute EgoKiefer AG)

1934

Gründung der Holka AG, 

die für die deutsche Auto Union Holzkarosserien für das DKW-Auto (heute Audi AG) herstellte und später deren Generalvertreterin für die Schweiz wurde

1944

Gründung der Bauwerk AG 

(heute Bauwerk Group AG)

1951

Gründung der Reederei Zürich AG 

(zusammen mit dem Migros-Genossenschafts-Bund)

1962

Engagement in der Hochseeschifffahrt

(durch eine Beteiligung an der Alpina Reederei AG)

1969

Beteiligung mit 40 Prozent an der Panalpina Welttransport AG, 

die 2019 von der dänischen DSV A/S übernommen wurde.

Fotografie Elementbau

Soziale Verantwortung und Gemeinnützigkeit

Mit seinen Unternehmungen schuf Ernst Göhner nicht nur Tausende von Arbeitsplätzen. 

Bereits zu Beginn der 1940er-Jahre gründete er verschiedene Fürsorgestiftungen für seine Mitarbeitenden, unterstützte junge Kunstschaffende und Berufsleute, zudem bedürftige Personen und gemeinnützige Institutionen. 

Ernst Göhner starb 1971 ohne direkte Nachkommen. Sein Vermögen vermachte er – zum Teil bereits zu Lebzeiten – der Ernst Göhner Stiftung. Sein unternehmerisches Lebenswerk, die Göhner-Gruppe, verkaufte er kurz vor seinem Tod an die Elektrowatt AG.

Die Informationsbroschüre über Leben und Werk von Ernst Göhner kann bei der Geschäftsstelle bezogen werden.

Fotografie Ernst Göhner

«Auch die leisen Dinge bewegen die Welt»

Ernst Göhner (1900 – 1971)